Schnittbandkerne

Werkstoffe:

SiFe

Fe …   eisenbasierte amorphe Legierungen *

Fe …   eisenbasierte nanokristalline Legierungen *

NiFe    49 – 68%

NiFe    80%

CoFe   50%

Schnittbandkerne werden aus weichmagnetischem Legierungsband gewickelt, magnetisch schlussgeglüht, anschließend mit speziellem Kleber verfestigt, um dann in mindestens zwei Teile geschnitten zu werden.

Anwendungen:

Sie sind neben Kernblechen und Ringbandkernen Klassiker zum Aufbau von Transformatoren, Übertragern, Drosseln und Wandlern.

Lieferzustand:

Wir sind darauf ausgerichtet neben Standardprodukten auch kundenindividuelle Kerne nach Zeichnung mit z.B. mehreren Schnitten zu liefern. Zum Standardlieferprogramm zählen Schnitte wie beispielsweise SE, SU, SM und SG-Kerne.

Befestigungsmaterial, wie z.B. Winkel und Spannbänder sind auf Anfrage erhältlich.

* Erläuterungen

Amorph

Eine ungeordnete atomare Struktur ohne kristalline Bereiche und Korngrenzen ist kennzeichnend für amorphe Legierungen. Eine Grundvoraussetzung, die weichmagnetisches Verhalten begünstigt.

Aus Spektrum der Wissenschaft 7 / 1994, Seite 108:

„Es ist gar nicht so einfach, einen metallischen Festkörper herzustellen, bei dem Unordnung bis ins kleinste Detail herrscht. Während eine Schmelze beim Abkühlen erstarrt, haben die Metallatome im allgemeinen genügend Zeit, Kristallkeime auszubilden, die lokal zu Mikrokristallen heranwachsen. Nur wenn man die Schmelze extrem schnell – beispielsweise mit einer Million Grad pro Sekunde – abkühlt, entsteht ein amorpher Festkörper. Wie beim Glas verbleiben die Atome dann in einem weitgehend ungeordneten Zustand.

Erstarren in Sekundenbruchteilen

… Um Abkühlgeschwindigkeiten von einer Million Grad pro Sekunde zu erreichen, muß seine Dicke allerdings deutlich unter 0,1 Millimeter liegen. Das steuert man im Wesentlichen durch die Walzengeschwindigkeit: Mit 20 bis 50 Metern pro Sekunde lassen sich 0,02 bis 0,04 Millimeter erreichen. Die Abmessungen der Gießdüse und der Kühlwalze bestimmen die Folienbreite.



Weich gegen wechselnde Magnetfelder

… Am deutlichsten macht sich das beim erneuten Wechsel der Magnetfeldrichtung bemerkbar. In einem Metall mit Gitterstruktur ist es oft energieaufwendiger, den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen. Es verbleibt zunächst eine als Remanenz bezeichnete Restmagnetisierung. Eine zusätzliche Feldkraft – die Koerzitivfeldstärke – ist erforderlich, um die magnetischen Momente wieder in den Ausgangszustand zu bringen. Für Anwendungen in Wechselfeldern bevorzugt man darum weichmagnetische Materialien, die schon in schwachen Feldern ummagnetisieren. Dazu gehören die amorphen Metalle und Nickel-Eisen-Legierungen.

…“

Weichmagnetische eisenamorphe Bänder, unter Einsatz der Rascherstarrungstechnologie erzeugt, werden für die Herstellung von amorphen Schnitt- und Ringbandkernen verwendet.Schnittbandkerne

Siehe auch -> Ringbandkerne.

Nanokristallin

Als Ausgangsmaterial dient eisenamorphes Band, welches unter Verwendung der Racherstarrungstechnologie hergestellt wurde. Die amorphen Bänder werden einer zusätzlichen Wärmebehandlung bei 500 bis 600°C unterzogen, um die Bildung einer feinkörnigen Mikrostruktur zu ermöglichen. Die Bezeichnung nanokristallin bezieht sich auf eine erzielte Korngröße im Bereich von 10nm.

Weichmagnetische nanokristalline Bänder werden für die Herstellung von nanokristallinen Schnitt- und Ringbandkernen verwendet

Siehe auch – > Ringbandkerne.